PROMEDIA-Verlag, Israel Shamir,ATTAC-Östereich und der Zwang,Issrael im Zweifel auch final kritiseren zu müssen..
12. Juni 2005Shoa-Überlebende werden in der deutschen Vergangenheitsbewältigung kaum noch gebraucht,sie sind Teil der ausklingenden rot-grünen Erinnerungspolitik,neben der Bunkersekretärin Traudl Junge,der heimatvertriebenen Isis von Putkamer und Oma Krause aus Dresden dürfen sie sich einreihen in das Panoptikum geläuterter deutscher Geschichtsverantwortung – deren Ziel Grosseuropa momentan wie eine Seifenblase zerplatzt.
Welche Zeugen sind zu den aktuellen Problemen Israels in Europa willkommen ? Wie verhält sich die kritische, publizistische Öffentlichkeit – früher hätte man einfach „die Linke“ gesagt,aber das funktioniert bei den ideologischen Querfronten heute nicht mehr – wenn es um die aktuelle Lage in Israel geht?
In Östereich ist der Promedia-Verlag ansässig,der seit fast 3 Jahrzehnten auch Querdenker im deutschsprachigen Diskurs veröffentlicht, ich selbst habe vor einer Weile das Bändchen von Immanuel Wallerstein zur Utopistik geschenkt bekommen. Nunmehr wurde in diesem Verlag von Israel Shamir das Buch BLUMEN AUS GALILÄA-Schriften gegen die Zerstörung des Heiligen Landes herausgebracht. Ein Band,der Zeugnis ablegt von einer Israelkritik, wie sie von Antiimperialisten, Verschwörungstheoretikern und Kameraden des SS-Frohsinns bereitwillig goutiert wird – die „ZOG -Begrifflichkeit“wird von Shamir nur zu gerne verwendet---> zum Thema ZOG siehe auch den Beitrag von Karl Pfeifer .
Um das Bild abzurunden, hat sich ATTAC-Östereich gerade diesen Promedia-Verlag zur Herausgabe seines globaliserungskritischen Schrifttums ausgesucht, das Buch trägt den vielversprechenden Titel „DIE GEHEIMEN SPIELREGELN DES WELTHANDELS.WTO – GATS – TRIPS – MAI“. Es macht den Eindruck,als ob hier Geheimnisse ausgeplaudert werden sollen, die ohnehin schon bekannt sind. In welchem Rahmen hier „Aufklärung“ betrieben werden soll,ist unschwehr erkennbar. Wenn sich ATTACies in solch einem publizistischen Ensemble wohlfühlen,sei das denen überlassen – ich habe eine Resthoffnung, das dort darüber ein Problembewusstsein und eine Streitdebatte existiert. Die publizistische Beheimatung von ATTAC im Europa des 21.Jahrhundert ist allerdings mehr als fragwürdig. Was ist von einer gesellschaftskritischen Avantgarde zu erwarten, die ideologisch auf alten Wein in neuen Schläuchen setzt, die nur noch den „Juden“ in der Weltgemeinschaft ausfindig machen möchte – das ist je nach Gusto mal der Finanzkapitalist,der unpatriotische Arbeitsgeber oder schlicht und ergreifend Israel als Judenstaat- ,um dann in bewährter, selbstgerechter old-europe Manier zuschlagen zu können. Dieser Grenzen überschreitenden, ideologischen Volksfront muss sich jeder entgegenstellen, dem die Aufklärung, emanzipatorische Vorstellungen oder Liberalismus etwas bedeuten.
Weitere antizionistische Umtriebigkeiten der Linken können bei rencontre eingesehen werden.